Die von einem ehemaligen Schüler des Rotteck-Gymnasiums ins Leben gerufene Stiftung Welt:Klasse hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendlichen aus Deutschland die Gelegenheit zu geben, im Rahmen eines vierwöchigen Aufenthalts in Schwellen- und Entwicklungsländern auf ungewöhnliche Weise Lernerfahrungen zu machen. Die Schülerinnen und Schüler leben in Gastfamilien auf Dörfern und in Städten, arbeiten in Viererteams zusammen mit einheimischen Jugendlichen in Projekten, die vor Ort entstanden und den Prinzipien der Nachhaltigkeit verpflichtet sind. Sie gewinnen dabei vielfältige Eindrücke von den spezifischen Gegebenheiten der jeweiligen Region und ihrer Bewohner.
Über Videokonferenz und täglichen Internetblog vermittelt die Gruppe ihre Erlebnisse und Erfahrungen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern und trägt so zu einem breiteren Verständnis und einer vertieften Auseinandersetzung mit den Leitthemen Globalisierung und Interkulturalität bei. Während ihres Aufenthalts recherchieren die Schülerinnen und Schüler auch im Auftrag ihres Kurses zu Fragestellungen, die im Rahmen der verpflichteten Abschlussarbeit der Seminarteilnehmer aufgegriffen werden sollen.
Im Gegensatz zu anderen Schulen ist das Projekt „Welt:Klasse“ am Rotteck-Gymnasium damit eingebettet in eine besondere und von den Teilnehmern freiwillig gewählte Lehrveranstaltung der Kursstufe, die bereits Teil des Abiturs ist.
Wegen der besonderen Bedeutung Chinas und wegen des engen Bezugs von Freiburg z.B. zur Expo 2010 lag der Focus des Seminarkurses bisher auf diesem Schwellenland.
Für den Aufenthalt unserer Schülerinnen und Schüler wurde die von der Stiftung die Region um Dali in der im Südwesten gelegenen Provinz Yunnan ausgewählt.
Die Stiftung Welt:Klasse ist gemeinnützig, überparteilich und konfessionell unabhängig. Sie übernimmt die organisatorische und konzeptionelle Umsetzung der Welt:Klasse-Projekte an besonders engagierten und innovativen Schulen, die von ihr bundesweit ausgewählt werden. Bislang konnten Schulen z. B. in Oberhausen, München, Sundern, Göttingen, Wuppertal, Witten, Hamburg, Freiburg, Berlin, Frankfurt am Main und Denzlingen jeweils ein Welt:Klasse-Projekt aufbauen und dauerhaft in ihren Schulbetrieb integrieren.
Ein entscheidender Grundsatz der Stiftung besteht darin, den Auslandsaufenthalt der von ihrer Klasse als Kundschafter entsandten Schülerinnen und Schülern unabhängig von der finanziellen Stellung ihrer Elternhäuser zu ermöglichen.
Das Rotteck-Gymnasium baut dazu ein regionales Sponsoren- und Stipendiengebernetzwerk auf. Wir wollen damit auch den Blick unserer Schülerinnen und Schülern auf die Leistungsfähigkeit und Vielfalt unserer regionalen Wirtschaft lenken und so zu einer Intensivierung der Beziehungen zwischen Unternehmen und Schule beitragen.
Unsere hochmotivierten Seminarkursteilnehmer freuen sich daher über jeden Sponsor, der sie auf ihrem Weg unterstützt, die Vielfalt unserer Welt zu entdecken und zu verstehen, um sich darin besser und für alle gewinnbringender bewegen zu können.
Auch kleine und einmalige Spenden sind daher willkommen. Selbstverständlich erhalten Sie dafür Spendenbescheinigungen.
Für Ihre freundliche und wohlwollende Unterstützung bieten wir Ihnen gerne
die Teilnahme an der von der Badischen Zeitung unterstützten Video-Konferenz,
Berichte und Vorträge unserer Schülerinnen und Schüler über deren Auslandsaufenthalt (im Rahmen z. B. einer Betriebsfeier),
Aufnahme in die Sponsoren-Liste bei allen den Seminarkurs betreffenden Auftritten.
Vielleicht sind Sie auch daran interessiert, neugierigen und motivierten Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten während der Ferien in Ihrem Betrieb mitzuarbeiten. Die Jugendlichen können auf diese Weise einen eigenen Beitrag zu ihrer Reise leisten.
Ansprechpartnerin: Monika Scharr
monika.scharr@rotteck.de
Marisa Haas
Die vierwöchige Chinareise war für mich ein unvergessliches Erlebnis. Meine Motivationen und Erwartungen, die ich im Voraus hatte, wurden mehr als übertroffen. Neben abenteuerlichen Reiseerlebnissen und unglaublich vielen neuen Eindrücken und Erfahrung in dem, mir damals noch sehr unbekannten Land China, habe ich auch für meine eigene Persönlichkeit viel gewonnen. Das Zusammenleben mit den chinesischen Studenten/innen und unseren Gastfamilien hat mir gezeigt, dass man die tollsten Erlebnisse mit den verschiedensten Menschen haben kann, wenn man sich bemüht, sie zu verstehen und zu respektieren. Ich habe eine ganz andere Kultur kennengelernt und konnte dabei erleben, dass die Menschen, die in den ländlichen Gebieten Chinas leben, trotz ihrer bescheidenen Lebensweise viel entspannter und zufriedener wirken, als die meisten Menschen im Westen mit einem relativ hohen Lebensstandart.
Nicht zuletzt hat mir der Aufenthalt in China sehr viel geholfen, meine Hausarbeit detaillierter und genauer zu gestalten. Da ich die theoretischen Informationen aus Büchern mit meinen eigenen Erlebnissen belegen und sogar weiter ausführen konnte, verlieh mir das eine zusätzliche Motivation und meine Hausarbeit wurde somit authentischer.
Insgesamt kann ich sagen, dass mir diese Reise für meine Persönlichkeitsentwicklung sehr viel geholfen und die chinesische Kultur näher gebracht hat.
Jodok Weixler
Nun ist seit der Chinareise bereits über ein halbes Jahr vergangen und ich hatte genügend Zeit die Erfahrungen setzen zu lassen. Ich bin immer noch fasziniert von der Intensität, mit der wir dort Eindrücke sammeln durften. Angefangen bei äußerlichen Lebensumständen bis hin zur Sprache konnte ich sehr viel über China erfahren. Im Rückblick war für mich jedoch die Erfahrung ganz zentral, dass man mit Menschen die in einer anderen Kultur aufgewachsen sind, teilweise besser kommunizieren kann und zurechtkommt, als mit manchen Menschen aus der eigenen Kultur und direkten Umgebung. Ich habe ein völlig anderes Gefühl für Werte entwickelt und Dinge, die davor für mich eher unbedeutend waren, schätzen gelernt.
Eine weitere, meiner Meinung nach wichtige Erfahrung war, mit drei weiteren Schülern, mit denen ich zuvor nicht ausgesprochen viel zu tun hatte und ohne weitere deutsche Begleitpersonen eine solche Reise selbstständig gemeistert zu haben. In diesem Rahmen entwickelt man eine unglaubliche Dynamik in der Gruppe und ein viel tieferes Interesse an neuen Dingen. Selbstverständlich wurden dabei auch meine Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Eigeninitiative,… usw. geschult.
Neben dem hat sich meiner Meinung jedoch hauptsächlich der eigene Charakter erweitert und das Selbstbewusstsein gestärkt. Als Motivation diente mir neben den kulturellen Interessen auch, vom schulischen Alltag Abstand zu nehmen (Ist nicht so gemeint wie es sich anhört) um anderweitig Erfahrungen, die mir nun für das Leben viel wichtiger erscheinen, zu sammeln. Ich hatte das Gefühl als Jugendlicher nach China zu gehen und als Erwachsener zurück zu kommen!
Die Projektbeschreibung und ältere Erfahrungberichte als PDF finden Sie hier: >> mehr