Teamgedanke

Kollegiale Schulleitung

Von hoher Bedeutung für das Selbstverständnis der Schulleitung ist die Stärkung der Eigenverantwortung jeder Kollegin und jedes Kollegen – Schule wird insofern vom Kollegium und nicht von der Schulleitung aus gedacht.

In regelmäßigen Abständen werden Personalgespräche geführt; thematisiert werden die innere Schulentwicklung und die Möglichkeiten der Kolleginnen und Kollegen, ihre

Schwerpunkte entsprechend zu setzen und sich nach ihren Möglichkeiten auf diesem Gebiet einzubringen. Gegenstand der Gespräche sind darüber hinaus der aktuelle, auf Kompetenzerwerb ausgerichtete Bildungsplan; insbesondere wird erörtert, inwieweit die eigene Unterrichtsgestaltung die geforderten Bildungsstandards umsetzt und sich in der Leistungsbeurteilung – z.B. Konzeption von Klassenarbeiten und Klausuren, Präsentationsprüfungen u.a. – widerspiegelt. Zielvereinbarungen sind hierbei ein übliches Instrument, um die Gespräche nicht verpuffen, sondern nachhaltig wirken zu lassen.

Ziel eines ständigen, auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens, Offenheit und „auf gleicher Augenhöhe“ geführten Erfahrungsaustauschs ist auch, die sich perspektivisch bietenden beruflichen Möglichkeiten zu erörtern; es ist das erklärte Ziel der Schulleitung, hier Impulse zu geben und besonders engagierte Kolleginnen und Kollegen darin zu bestärken, auch Tätigkeitsfelder außerhalb der Schule anzustreben, z.B. an Studienseminaren oder am Regierungspräsidium in der Funktion eines Fachberaters, d.h. sich stetig weiter zu entwickeln.

Im Sinne einer professionellen Personalentwicklung werden Kolleginnen und Kollegen in der Berufseingangsphase beraten und kontinuierlich begleitet; eine Analyse der Stärken und Schwächen hilft hierbei, wünschenswerte Fortbildungsfelder aufzuzeigen und entsprechend zu beraten.

Das Delegationsprinzip stellt eine wesentliche Leitlinie dar. Sowohl die Mitglieder der erweiterten Schulleitung als auch alle Kolleginnen und Kollegen, die besondere Aufgaben wahrnehmen, tun dies in eigener Verantwortung in klar definierten Bereichen. Dies fördert die Motivation, da sich hieraus Gestaltungsmöglichkeiten ergeben und alle sich bewusst werden, dass sich nur im Zusammenführen der Einzelleistungen der Erfolg des Ganzen einstellen kann; auf Teamorientiertheit wird dabei besonders geachtet.

Eine weitere Leitlinie stellt auch das Bemühen dar, verschiedene Vorstellungen und Ideen diskursiv zu behandeln, jedoch am Ende eines Diskussions- und Meinungsbildungsprozesses konsensfähige Lösungen anzustreben.

Durch die Offenheit, mit der Initiativen begegnet wird, kommt es kontinuierlich zu Beiträgen aus dem Kollegium, die die Entwicklung der Schule vorantreiben. So öffnete sich die Schule für Lern- und Bildungspartnerschaften, im Bereich der internationalen Begegnungsmaßnahmen konnte ein beachtlich großes Repertoire an Möglichkeiten geschaffen werden; neue Elemente wie die Erlebnispädagogik und der Klassenrat bereichern das bereits vielfältige Angebot.

Der kollegiale, offene und Impulse gebende Führungsstil hat auch in die Schulgemeinschaft und ihre Gremien Bewegung gebracht. Die Zusammenarbeit mit der SMV gestaltet sich sehr konstruktiv. Der Gesamtelternbeirat unterstützt die Schule nachhaltig in allen pädagogischen Fragen und entwickelt sich zu einem echten Erziehungspartner, der mit dem Kollegium und der Schulleitung auf wichtigen Gebieten, z.B. Mobbing oder Vandalismus gemeinsame Anstrengungen unternimmt.

Schließlich lädt die Schulleitung in wichtigen Fragen oder bei Projekten zur Mitwirkung ein.

Demokratisches Handeln, das Mitbestimmungsmöglichkeiten einräumt - orientiert an klaren Regeln und geprägt von gegenseitigem Respekt - wird so vorgelebt. Ein wesentliches Element der demokratischen Schulkultur bilden die diversen Arbeitskreise, deren Zusammensetzung sich ganz überwiegend vom jeweiligen Interesse ableitet, wobei die Arbeitsergebnisse im Rahmen der Gesamtlehrerkonferenzen vorgestellt werden und die innere Schulentwicklung deutlich mitbestimmen.

Hohe Priorität wird schließlich der Einbeziehung der verschiedenen Gruppierungen der Schulgemeinschaft im Rahmen der im Jahre 2008 in die Wege geleiteten Gesamtsanierung eingeräumt; neben Werkstattgesprächen, die allen offen stehen, gibt es einen Sanierungsbeirat, der die wichtigsten Weichenstellungen vorbereitet und im Zusammenwirken mit dem Schulträger die Generalsanierung vorantreibt.

Eberhard Fugmann